Na? Heute schon durch eine Umweltzone gefahren? Die gibt es ja, um die Feinstaubbelastung in den Städten zu reduzieren. Ob das der richtige Weg ist, lassen wir mal offen, aber Feinstaub ist ja nun offenbar nicht so gesund. Als Feinstaub bezeichnet man Partikel, die einen aerodynamischen Querschnitt von 10µm haben. Die kommen ohne Filterung durch Nase und Schleimhäute in die Lunge und bleiben dann meistens auch gleich da. je kleiner ein Partikel ist, desto tiefer kann er in die Lunge eintretten.
Obwohl, stimmt nicht ganz, was ich da gerade gesagt habe. Die bleiben nicht in der Lunge. Wie man herrausgefunden hat, kommen der Feinstaub über die Lunge bis ins Gehirn und richtet dort ebenfalls Schaden an. Also ein rundum Sorglospaket, wenn es um Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystems und des Gehirns geht.
Deshalb haben wir also Umweltzonen und EU Vorschriften für Grenzwerte. Es scheint also sinnvoll zu sein, Feinstaub schon zu vermeiden, bevor er entsteht. Oder zumindest durch technische Massnahmen zu reduzieren.
Und was hat das jetzt mit der neuen schönen Nanowelt zu tun? Eigentlich nix, Nanopartikel sind kein Feinstaub. Dafür sind die viel zu klein, alles kleiner als 0,1µm (100nm) ist ein Nanopartikel.
Wenn ein Partikel um so tiefer in die Lunge eindringt, je kleiner er ist, sollte es für einen Nanopartikel also gar kein Problem sein, in die tiefsten Regionen der Lunge vor zu dringen und wenn Feinstaub die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann, dann sollte es für Nanopartikel natürlich erst recht kein Problem sein.
Welchen Schluss ziehen wir also aus der Erkenntniss? Nanopartikel sind erst recht zu vermeiden? Falsch. Nano ist die Zukunftstechnologie! Statt Grenzwerte und die Auswirkungen der Nanopartikel auf die Umwelt zu erforschen, erforscht das BMBF lieber die Nützlichkeit von Nanopartikeln in Zahncreme.
Wenn jetzt unmengen von Nanowerkstoffen geschaffen werden, kann mir mal einer sagen, wie die Partikel wieder aus den Kreislauf rausgefiltert werden sollen? Oder kann mir einer sagen, wie die ganzen Nanopartikel, die so schön Antibakteriell sind, sich auf die Bakterien der Kläranlagen auswirken?
Die einzigen kritischen Studien zu Nanopartikeln kommt aus Kreisen der Versicherungen, die zu Vorsicht raten, andere scheint es nicht so richtig zu interessieren, die Risiken zu erforschen. Nicht gelten kann jedenfalls der Ausspruch, dass sie viel zu klein wären, um etwas zu bewirken. Denn gerade wegen diverser Wirkungen werden sie ja überall eingesetzt, von der Zahnpaste, bis zum Beton.
Schöne neue Welt also. Nano hui – Feinstaub pfui!