Keine Fahrkarte: Mutter muss Zug verlassen

Dezember 21, 2008

Zugegeben der Titel ist ein bischen reißerisch, aber der ist nicht von mir, sondern von den Ruhrnachrichten.

Da wird beschrieben, wie eine Mutter im Zug bemerkt, dass sie ihren Fahrschein am Bahnhof hätte entwerten müssen und sich daraufhin an den Schaffner des Zuges richtet. Dieser sage ihr wohl nur, dass sie am nächsten Bahnhof halt den Zug verlassen solle um dort nachzuentwerten.

Der Zug fuhr natürlich ohne sie weiter. Welcher Lokführer ahnt denn, dass Personen den Zug verlassen um mal schnell eine Fahrkarte nachzulösen. Dass der Entwerter am Bahnsteig natürlich defekt war und die arme Frau also den ganzen Bahnhof absuchen musste ist nur lächerliches Detail, was an jedem Bahnhof herrscht.

Nun meint die Bahn dazu, dass der Schaffner völlig falsch reagiert habe. Er hätte nämlich ein Bußgeld erheben müssen! Sowas aber auch.

Sind die denn alle bescheuert? Die haben da eine Frau, die gemerkt hat nicht die Fahrkarte entwertet zu haben. Das hießt sie WILL das Dingen entwerten, um es nicht eventuell noch einmal zu benutzen oder so. Sie geht zum Schaffner und der müsste dafür eigentlich ein Bußgeld verlangen? Der Hinweis mit den Entwertern am nächsten Bahnhof soll KULANZ gewesen sein? Wie wäre es denn, wenn der Schaffner die Karte entwertet hätte? Ist das so schwer? Wäre das so abnormal? Warum sollte er Bußgeld verlangen, nur weil eine Kundin einen Fehler bemerkte und diesen auch noch beichtet?

Ihre Kinder sind im Zug verblieben, der einfach weiterfuhr. Die können von Glück reden, dass der Schaffner die nicht gefunden hat, sonst wären die am übernächsten Bahnhof rausgeschmissen worden.


Ungewöhnliche Bahnbekanntschaften

Mai 12, 2008

Muttertag bin ich, wie es sich für einen braven Sohn gehört zu Mama gefahren, mit dem Zug. Kaum war ich am Dortmunder Hauptbahnhof angekommen, wurde ich in der Raucherecke auch gleich auf ne Kippe angeschnorrt. Auf englisch und von einem nicht verlottert aussehenden Typen, also hat er auch eine gekriegt.

Daraufhin kamen wir dann auch gleich ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass der Mann eigentlich aus Spanien kommt – zumindest gebürtig. Die letzte Zeit hat er in Italien, bei seiner Freundin gewohnt, jetzt wohl Exfreundin. Deshalb wollte er sich auf den Weg nach Kopenhagen machen, wo er schon einmal ein paar Monate gelebt hat und dort auch Freunde hat. Um sein Ziel kostengünstig zu erreichen, hat er eine LKW-Fuhre Erdbeeren aus Italien nach Amsterdam bringen sollen.

Warum saß der Typ jetzt aber in Dortmund und wartete auf den Zug nach Hamm? Die Karre ist ihm verreckt, kurz hinter der niederländischen Grenze. Dort hat er dann seine Lieferung quasi übergeben und in Enschede erstmal die Nacht in einem dort stehenden Zug verbracht. Er meinte, es sei ganz schön kalt hier :-) Ansichtssache, aber wenn man die Temperaturen aus dem Mittelmeerraum gewohnt ist, hat er wohl recht.

Und nun saß er also in Dortmund, mit so einer komischen Broschüre der Bahn, aus der er versuchte heraus zu bekommen, wie er denn nun nach Kopenhagen kommen könnte. Da das Geld nicht ganz so reichlich vorhanden ist, schieden die Verbindungen mit ICE aus und er wollte das alles per Regionalbahnen erledigen.

Hamm fanden er erstmal eine gute Idee, weil er keine Lust mehr hatte, noch länger in Dortmund zu bleiben. Mittlerweile haben wir uns dann auch vorgestellt, er hieß Alfredo und hatte sich kein Ticket für den Weg nach Hamm gekauft. Da meinte ich dann zu ihm, ich kann ihn bis kurz vor Hamm auf mein Ticket mitnehmen, so könne er schon mal etwas entspannter Reisen. Das Angebot hat er dann auch gleich mal angenommen :-)

Im Zug waren glücklicherweise so NRW-Schienenpläne. So konnten wir schon mal ein ganzes Stück seiner weiteren Reise planen. Wir befanden die Route von Hamm aus über Münster, nach Rheine und dann weiter Richtung Bremen. Das spannende war eigentlich, dass er noch am gleichen tag in Kopenhagen ankommen wollte und um das noch besser zu machen, auf jeden Fall den Zug und nicht die Fähre dorthin nehmen wollte. Nicht wissend, wann der Zug überhaupt fuhr.

Mich würde ja schon interessieren, ob er es noch geschafft hat, sein Ziel zu erreichen. Auf jeden Fall ein ordentlicher Stunt, den er sich da vorgenommen hat.


Preispolitik der Mehdorn-Anhänger

April 21, 2008

Manchmal kann man nichtmal mehr mit dem Kopf schütteln.. Ich nehme die Bahnauskunft mal zum Anlass, hier auch ein wenig überzählige Worte loszuwerden. Die Preispolitik der Bahn versteht ja ohnehin kein Mensch mehr, aber warum man nun lieber erste statt zweite Klasse fahren soll..?!

Aber nein, ich fahre trotzdem zweite, weil es dann doch noch irgend eine günstigere Verbindung gab und ich nicht so begeistert bin, wenn meine Mitfahrerin ein paar Wagons weiter im gleichen Zug sitzt.. Bahncard geht halt immer! Viel Spaß bei Eurer nächsten Suche.


Eine Zugfahrt die lustig…

Februar 14, 2008

Wir leben ja mittlerweile in einer Zeit, in der man es gewohnt ist, dass alles und jeder von Computern und Netzwerken kontrolliert, gesteuert und überwacht wird. Natürlich hat diese Entwicklung auch bei der Bahn Einzug gehalten und dient dort neben der Sicherheit auch dem Abbau von Personalkosten. So haben wir uns schon lange daran gewöhnt, das Schranken und Signalanlagen von irgendwo geschaltet werden und es nur noch ganz wenige manuell gesteuerte Schranken gibt.

Dumm ist dann nur, wenn dann mal etwas nicht mehr funktioniert. So sass ich gestern in der Bahn und konnte beobachten, wie der Zugführer vor jeder Überführung anhielt und ausstieg. OK, beim ersten Mal macht man sich noch keine Gedanken, aber spätestens, wenn der Typ zum dritten Mal, immer lauter fluchend an einem vorbei rauscht, kommen einem erste Zweifel.

Ich fragte ihn also mal, was denn hier los  sei und ich konnte in Erfahrung bringen, dass die Schranken nach der Durchfahrt des Zuges schlicht und ergreifend sich nicht mehr öffneten. Grund: Der Computer in der Zentrale war wohl der Meinung, der Zug sei überall auf der Strecke und deshalb waren auch alle Bahnübergänge brav geschlossen. So musste der Zugführer an jedem Bahnübergang  anhalten und mit einem Schlüssel den Bahnübergang wieder frei geben.

Schöne neue Welt. Eigentlich hätte die Dampflok, die gerade in Dortmunder Hauptbahnhof steht, besser zu der gemächlichen Fahrt mit den Stops vor jedem Bahnübergang gepasst, als dieses moderne Dingen mit Klimaanlage.

Wie viele Bahnübergänge es wohl zwischen Dortmund und Enschede gibt?