Klingt komisch? Na das denkt ihr jetzt nur. Ich erkläre euch mal, wie es dazu kam:
Das Leben an sich, ist ja jetzt auch nix anderes, als ein Adventure. Denkt mal drüber nach! Bleibt halt nur die Frage, wie das Ziel aussieht, aber das kriegt man schon raus (benutze Buttermesser mit doppelköpfigem Eichhörnchen).
Also spricht ja auch nix dagegen, dass man sich in eine Kommode verwandeln kann - vielleicht muss man das sogar mal machen im Leben? Und wenn man sich nun schon mal in eine Kommode verwandeln kann, dann kann man sich ja auch aussuchen, wo man denn gerne eine Kommode wäre.
sicherlich, ein Fensterplatz wäre schön, damit man auch noch was sehen kann, wenn man schon den ganzen Tag nur rumstehen kann. Aber wenn schon Fenster, warum dann nicht gleich ein Panoramafenster? Dann sieht man doch noch viel mehr! Apropos mehr, warum dann nicht auch noch gleich mit Meerblick? Das hört sich doch schon mal gut an, Panoramafenster mit Meerblick.
Könnte aber auf Dauer dann auch wieder langweilig werden, immer auf das gleiche Stück Meer raus zu gucken. Also was tun? Genau! Die Lösung heißt: Kommode auf einem Schiff mit Panoramafenster. Das klingt doch schon mal sehr gut. Da kommt man auch noch rum in der Welt und sieht viel.
Jetzt ist das natürlich immer noch nichts für Leute, die auch gerne einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen wollen. Also muss man irgendwie berühmt werden. Am einfachsten wäre es dann natürlich, sich ein berühmtes Schiff zu suchen, auf dem man als Kommode steht. Wie wäre es denn dann mit der Titanic? Kennt eigentlich jeder.
Ich fasse mal kurz zusammen: Wir sind jetzt eine berühmte Kommode auf einem berühmten Schiff vor einem Panoramafenster mit Meerblick. Was will man mehr? OK, die ganzen Reporter und Fotografen nerven auf Dauer und diese ganzen Promis, die meinen, wichtiger zu sein, als man selber, diese wunderbare Kommode. Also ein bisschen mehr Ruhe könnte nicht schaden und diesen Promis mal eins auswischen wäre auch was.
Jetzt haben wir etwas Glück, denn wir haben uns nicht nur ein berühmtes Schiff ausgesucht, sondern auch noch eine berühmte Katastrophe! Also machen wir jetzt das beste draus. Das Schiff wird untergehen, so viel steht fest. Also wie kommen wir da jetzt am elegantesten zu Ruhm und Ehre? Mal überlegen…
Das Schiff ist am sinken und wir haben natürlich eine gute Position, uns zu retten. Also eben schnell gegen das Panoramafenster gerutscht und die Scheibe zerbrochen. Jetzt sind wir schon mal draußen und schwimmen an der Oberfläche. Dort können wir wunderbar beobachten, wie die ganzen Leute krampfhaft versuchen, sich aus dem Schiff zu befreien und in dem eiskalten Wasser zu überleben. Kann uns ja egal sein, Kälte macht uns nix und als Holzkommode schwimmen wir auch sehr gut.
Aber was ist das? Da klammert sich so ein komischer Typ an uns fest. Unverschämtheit, der macht noch lauter Kratzer in unser schönes Holz. Welcher Volldepp ist das eigentlich? Ah, den hab ich schon mal gesehen: Leonardo diCaprio. Was für ein doofer Name… Was fällt dem eigentlich ein?
So, jetzt haben wir die Wahl. Wenn der Typ gerettet wird, dann wird an uns keiner mehr denken. Aus der Traum vom einzig überlebenden der Katastrophe: “Wunderbare Kommode einzig Überlebender der Katastrophe”. Das wird so nicht die Schlagzeile der nächsten Tage… Aber wir haben ja noch eine Möglichkeit: “Leonordo diCaprio mit wundervoller Kommode untergegangen”. Das klingt auch nicht schlecht. Und bestimmt wäre der ein oder andere uns als Kommode dankbar.
Aber da unten auf dem Meeresgrund ist jetzt auch nicht so viel los. Andererseits kommen da auch vergleichsweise wenig Reporter und Promis vorbei. Also kurz mal abwägen: dunkler, langweiliger Meeresgrund auf der einen Seite, Ruhe und einem Promi eins ausgewischt auf der anderen Seite. Na, dass ist doch mal einfach.
Und tschüss!
Scheiße! Das war nur nen Filmset! Leonardo lebt noch und die Kommode wurde in die Requisitenkammer gestellt. Was nen scheiß Adventure - so aus der Sicht einer Kommode