Zak McKracken : between time and space Review

Ja, ich gestehe: Schon damals habe ich Zak McKracken, Day of the Tentacle, Monkey Island, Sam&Max und so weiter bis zur Erschöpfung gespielt. Und finde die Spiele heute noch gut. Was so in den letzten Jahren als Adventure auf den Markt kam, war eher enttäuschend und langweilig. Aber das hat nun endlich eine Ende: Das Fanprojekt Zak:btas ist fertig! Und ich habe es endlich egschafft, einmal durch zu spielen und ich muss auch noch mindestens einmal durch…

Was also gibt es zu dem Spiel zu sagen? Nur ein billiger Abklatsch? Schlechte Nachahmung? Oder gelungener Wurf?

In meinen Augen eindeutig letzteres. Die Macher haben sich viel Zeit gelassen, insgesamt 7 Jahre, was aber auch nicht verwundert, da die Entwicklung ja auch Ehrenamtlich erfolgte. An dieser Stelle sei dem Team mal gelobt, für den langen Atem, den sie dabei hatten. Sich über eine so lange Zeit mit dem Projekt zu beschäftigen, viel bestimmt nicht immer leicht. Aber dieser langen Entwicklungszeit ist es mit Sicherheit auch geschuldet, dass das Spiel mit so viel Liebe zum Detail und mit so viel Witz ausgestattet ist, dass auch der Fan von damals auf seine Kosten kommt, wahrscheinlich sogar mehr, als der Spieler, der Zak McKracken and the Alien Mindbenders nie gespielt hat.

So, und jetzt mal zum Spiel selber. Meine Vorfreude war groß und ich war sehr gespannt, wie das neue Spiel aussehen und sich anfühlen würde. Kaum hatten es die knapp 2GB Daten auf meinen Rechner geschafft, musste ich wenigstens mal eben kurz reingucken. Mein erster Eindruck: Frechheit, der Kerl ist ja gar nicht älter geworden, ganz im Gegensatz zu dir selber. Aber später im Spiel stellte sich heraus, dass Zak wohl schon seit längerem zur Krankengymnastik muss - ich hoffe mal, dass das der Preis für das nicht Altern, aber das ständige Rumgefliege und Rumgeschleppe von Gegenständen ist, woran ich ja auch nicht ganz unschuldig sein dürfte ;-)

Die Grafik erinnert stark an das Vorbild und man fühlt sich sofort zurück versetzt, auch wenn die Grafik von der Auflösung her schon an die neue Zeit angepasst wurde und natürlich auch nicht mehr so pixelig ist, wie damals. Die Technik ist halt nicht stehen geblieben. Aber die Darstellung ist angenehm Oldschool, keine übertriebenen Grafikeffekte, keine 3D-Modellierung, keine Grafik, die Direct3d im SLI-Verbund erfordert, mit anderen Worten: Schlicht, aber ansprechend und dem Genre genau angemessen. Meiner Meinung nach genau richtig und auch schön den Comiccharakter beibehalten.

Unterlegt werden die einzelnen Tatorte immer mit einer passenden und auch gelungenen Musik, die auch in den einzelnen, filmischen Zwischensequenzen steht passend scheint und auch nicht nervig - wenn ich auch schon andere Meinungen dazu gehört habe, aber das ist ja immer so. An geeigneter Stelle hat der Protagonist allerdings die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von Hintergrundmusiken aus zu wählen, da sollte dann für jeden auch das passende dabei sein :-)

Bedienung. Immer eine schwierige Sache bei einem Point and Klick Adventure. Man muss dort als Entwickler wohl immer einen Kompromiss zwischen Spielbarkeit und Schwierigkeit finden. Mache ich die zu findenden Gegenstände zu groß, macht es kaum noch Spaß, macht man sie zu klein, macht es auch keinen Spaß mehr, weil man nix findet. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an Zak 1, dort konnte man auch schon mal jedes Pixel einzeln abklappern auf der Suche nach dem vermissten Gegenstand. Das ist hier zum Glück anders, obwohl man hier auch schon gelegentlich zeilenweise über den Bildschirm fährt, weil man den Tipp bekommen hat, dort befände sich ein wichtiger Gegenstand. Ich für meinen Teil finde die Bedienung aber durchaus gelungen und man kann jeden Gegenstand auch durch hingucken finden, manchmal zwar auch erst beim zweiten oder dritten mal, aber so soll es auch sein.

Und nun zur Spielidee. Klar, ist die Idee nicht neu, kann und soll ja auch gar nicht, denn schließlich soll Zak:btas auch eine (inoffizielle) Fortsetzung sein. Also schauen wir besser auf die Umsetzung und deren Originalität. Die Umsetzung ist wunderbar gelungen, das Spiel versprüht von Anfang bis Ende (das sollte man sich nicht entgehen lassen) gute Laune. Man merkt einfach zu jeder zeit, wie viel Spaß es den Entwicklern gemacht haben muss, die einzelnen Szenen zu entwerfen und an geeigneten Stellen tausende von Verweisen zu Zak 1, aber auch zu anderen Adventures wie Day of the Tenntacle oder Monkey Island ein zu bauen. Neben solchen Anspielungen gibt es auch noch eine Aufgabe zu erledigen und die Lösung dieser Aufgabe ist nicht mal eben in 1-2 Stunden erledigt. Gut so. Und man hat viel zu grübeln (Scheiße, wo sind diese verdammten Erdnüsse?), viel zu lachen (Schild über der Mikrowelle im Flugzeug: Serve Yourself) und einige Überraschungen (unter anderem das Ende, aber schaut selbst).

Mir wurde bei dem Spiel nie langweilig und auch, wenn man eigentlich das Rätsel lösen will und ja auch alles dafür tut, ist man doch traurig, wenn es dann so weit ist. Man hätte so gerne noch weiter gespielt, aber irgendwann ist es einfach zu ende. Und dann hört man sich ein bisschen um und erfährt, dass man einige Dinge auch anders hätte lösen können, das man einige Sachen gar nicht ausprobiert hat und schon hat man wieder einen Grund, doch noch einmal zu spielen. Zwei Gründe hat man sowieso: Es gibt einen leichten und einen schweren Level :-) Ich habe den leichten noch nicht gespielt, aber auch wenn man mit dem leichten anfängt, hat man nachher auch noch genug Probleme, die gelöst werden wollen. Selbst die schon gelösten Rätsel werden quasi neu, weil nicht alles gleich funktioniert wie beim leichten Level.

Ich kann das Spiel einfach nur wärmstens empfehlen und freue mich schon auf den Directors Cut! Und natürlich die Fortsetzung, die es hoffentlich bald geben wird. Also, worauf wartet ihr noch? Oder wolltet ihr nicht schon immer mal wissen, wie es dem Bäcker ergangen ist? Oder diesem faulen Sack von Busfahrer? Ob Sushi noch lebt? Oder das doppelköpfige Eichhörnchen? Also schaut rein!

Immer noch unschlüssig? Na dann schaut doch erstmal HIER vorbei, da gibt es ein paar nette Videos dazu.

ABER: Einfach so aufhören, ohne Kritik? Das geht doch nicht! Stimmt, ein bisschen Kritik ist angebracht. Einige Dinge sollten/müssen noch verbessert werden:

  • Einige wenige Bugs führen zu einer Sackgasse, aus der man nicht mehr raus kommt. Sehr doof…
  • Schön wäre eine Option, die Soundwiedergabe ein zu stellen, getrennt nach Effekt, Musik, Sprache
  • Eine “Beamfunktion” wäre ein Traum. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich durch Szenen gelaufen bin, wo ich nichts mehr wollte, nur um an einen bestimmten Ort zu kommen. Also zum Beispiel direkt von Schottland in die 13th…
  • Eine Fortsetzung fehlt ;-)

Das war es aber erstmal, wenn mir noch etwas einfällt, werde ich das ergänzen…

3 Antworten zu “Zak McKracken : between time and space Review”

  1. hike sagt:

    hey der artikel ist ja ganz kool, aber ich hab da n problem was du angesprochen hast.. wo zum geier sind denn nun diese erdnüsse?? ich finde die einfahcnicht, wenn mir jemand helfen könnte wär das echt nett

  2. recke sagt:

    Auf dem Klo im Abfalleimer findest du ein nützliches Utensil, dass dich dann an die Erdnüsse bringt. Für mehr Fragen, schau einfach hier: http://www.zak2.org/wbblite vorbei, das geht schneller :-)

  3. paula sagt:

    die sind im klo…

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