Missratene Mütter
Das kommt davon, wenn man sich einmal denkt “ach heute lass ich die erste Vorlesung mal sausen”. Ich hatte sogar einen richtig guten Grund, der Niesanfall heute morgen war nicht ohne. Da ist man erst mal ne halbe Stunde platt danach und hat die S-Bahn eh längst verpasst…
Da steh ich dann also frisch ausgeschlafen (nochmal ne Stunde hinlegen hats voll gebracht
) am Bahnsteig und warte auf die, sich natürlicherweise verspätende, S-Bahn. An sich ja nix Neues für den einsamen Fahrer. Doch die ganze Zeit habe ich einen Geräuschpegel am Ohr, der mich schon auf die Fahrt zur FH freuen lässt:
“Nein Chantall.” “Ich möchte nicht, dass Du das machst” “Ich hab gesagt, dass du das lassen sollst.” “Sitz still” “Komm her” “Lass das liegen”
Für Kenner man nehme:
REPEAT nervendeMutterDieNurScheißeLabert UNTIL hölle == zugefroren
Ich dachte mir so: “Naja, zum Glück sind es ja nur 3 Stationen, dann bist du frei. Vielleicht steigen die beiden ja schon früher aus”. Weit gefehlt! Der geneigte Rätselfreund, möge nun mutmaßen, wer sich neben mich gesetzt hatte… Die Mutter hatte da also eine fast Vierjährige, wie ich herausfinden konnte, und eine kleine maximal einjährige dabei. Beide schön am Brötchen mümmeln. Soweit so gut. Doch die Mutter war natürlich nicht in der Lage, die arme Kleine auch mal 5 Minuten in Ruhe zu lassen. “Nein” hier, “ich möchte das nicht” da.
Ich musste wieder spontan an die Super-Nanny denken, die solchen Eltern erst einmal erklärt, dass das ein Kind ist, und die den Kleinen auch erklären müssen warum was wieso sein soll, dass man nicht alle halbe Sekunde die Meinung ändern kann und es keinem wehtut, dass die Kleine auch mal von ihrem Sitz aufsteht oder vor sich hin brabbelt. Dann kam die Kleine angekuschelt und wurde wieder von der Mutter weggeschubbst (keine Ahnung warum, wahrscheinlich nur aus Gewohnheit). Ich hätte der Mutter am Liebsten rechts und links eine gegeben und sie zur Familientherapie gebracht, die ihr erklären, wie man mit Kindern umgehen soll. Aber ich schweife ab…
(man stelle sich die nervende Mutter als normales Hintergrundgeräusch vor)
Irgendwann (die S-Bahn fuhr sogar schon!), ich träumte vor mich hin, blieb mein Blick auf dem vollkommen brötchenverschmierten Gesicht von der Einjährigen hängen. Auf einmal höre ich: “Hier gibts nix zu guggen” *motz* Da sagte ich nur: “Nein, nur zu hören.” Sie schaut mich komisch mit unsicherem Blick an, versucht mich zu mustern, und meint: “Haben sie vielleicht Kinder, nicht, also”. Das sollte wohl heißen, ich hätte als Kinderlose eh keine Ahnung wie man Kinder behandelt und von Erziehung schon mal gar nichts verstehe. Vor allem soll mir ers mal einer sagen, wie man mit einem Blick erkennt, dass jemand Kinder hat oder nicht, nur weil ich keins aus der Tasche zaubern kann.
Ich habs dabei belassen, unbewaffnete Leute angreifen macht keinen Spaß. Aber ein muss ich noch festhalten *diebischfreu*. Hier die Top 3 der Sprüche von der Mutter:
- “Wenn du nicht ruhig sitzen bleibst, dann steigst du aus und bleibst hier!” Ich musste mich stark beherrschen nicht laut zu lachen, weil ich an Mittermeier denken musste, wie er diesen Spruch in seinem Programm bringt
- “Das erzähle ich alles Oma” Oh man, wenn ich an eine meiner Ex-Sc hwiegermütter denke, kann ich mir voll vorstellen, was das für eine Frau ist. Die schlägt sich bestimmt sofort auf die Seite ihrer Tochter, ohne irgendwas zu hinterfragen. Dann machen zwei Erwachsene ein Kind fertig. (Wenn das nicht wieder eine der leeren Drohungen ist, wie die mit dem Flugzeug)
- “Du bekommst heute gar nichts mehr von mir” Bitte was hat die Kleine denn bekommen? Kein freundliches Wort, kein Lob, wenn sie sich benahm. Das was diese Frau zu geben hat, würde ich nicht haben wollen.
Naja, am Ende ist die Kurze das missratene Kind, weil sie ja nicht hören kann, ungezogen ist und so weiter. Fragt sich nur wer da missraten ist…
November 27, 2007 um 21:30
Also das mit dem Niesanfall kann ich ja bestätigen, der war echt hörenswert
Aber das mit dem SCHLAFEN!!!!? Ich hör wohl schlecht…
November 27, 2007 um 21:49
hehe
ich dachte mir, wenn du es auf diese art erfährst, tut es nicht ganz so sehr weh